Nachsuchenring Rheingau-Taunus seit vier Jahren aktiv

Seit vier Jahren besteht der „Nachsuchenring Rheingau-Taunus“. Darin sind  zusammengeschlossen derzeit acht Hundeführer mit Hannoverschen Schweißhunden und Bayerischen Gebirgsschweißhunden, die die Jägerschaft bei schwierigen Nachsuchen, aber auch Kontrollsuchen unterstützen. Die  Rüdemänner kennen sich  seit vielen Jahren.

Warum organisiert?

Die Wahl des Gespannes steht den anfordernden Jägerinnen und Jägern völlig frei. Die Mitglieder machen sich untereinander keine Konkurrenz, vertreten sich gegenseitig.

Rechte und Pflichten sind in einer Satzung klar geregelt. Dazu gehören nicht nur die Kriterien für die Aufnahme, sondern auch die vertrauliche Behandlung von Revierangaben und nicht zuletzt ein „Teamgeist“. Die Gruppe ist nicht verpflichtet, jemanden aufzunehmen.

Insbesondere um zeitraubende Vereinsregularien zu vermeiden, ist der Nachsuchenring derzeit kein eingetragener Verein.

Die aktuellen Kontaktdaten werden auf einer Taschenkarte herausgegeben, die den Jagdvereinen, Hegegemeinschaften und auch der Unteren Jagdbehörde zugeht.

Hundearbeit

Hannoversche Schweißhunde  und Bayerische Gebirgsschweißhunde sind zunächst einmal Jagdgebrauchshunde wie viele andere Rassen. Der Nachsuchenring arbeitet eng mit allen Führerinnen und Führern von eingetragenen Jagdgebrauchshunden zusammen und schätzt deren Arbeit hoch ein. Viele von ihnen machen in gleicher Weise wichtige Arbeit nach dem Schuss.

Tierschutz im Vordergrund

So ist das Wichtigste, die Leiden eines verletzten Tieres weitestgehend zu vermeiden bzw. abzukürzen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen geflügelten Fasan, ein laufkrankes Reh oder  einen Hirsch mit einem Krellschuss handelt.

Die Verwertung des Wildbrets tritt dabei in den Hintergrund.

In jedem Fall ist ein verletztes Stück Wild nachzusuchen, unabhängig ob eine Verwertung zu erwarten ist oder nicht.

Spezialisten zur Unterstützung der Jägerschaft

Auch Schweißhunde können dabei keine Wunder vollbringen. Auf Grund ihrer Genetik und besonderen Ausbildung vermögen sie aber häufig sehr schwierige Schalenwildfährten zu arbeiten, wo ein „Allrounder“ schneller an seine Grenzen kommt.

Die Mitglieder des Nachsuchenringes  stehen für  Nachsuchen allen Schalenwildes und auch für Kontrollsuchen zur Verfügung. Denn oft entpuppt sich ein Fehlschuss nach einigen hundert m Fährtenarbeit doch noch als Treffer.

Auf Wunsch beraten die Hundeführer in  Fragen der Hochwildbewirtschaftung und führen auch gern einmal ein „Anschußseminar“ oder einen Fachvortrag nach Anforderung durch.

Der Ring trifft sich mindestens einmal jährlich und initiiert auch Fortbildung für seine Mitglieder, so z.B. in erster Hilfe bei Hund und Mensch.

Autor: Lothar Cramer, Forsthaus Grohloch,
3. Oktober 2012