Nachsucheneinsätze 2014/2015

Wenn der erste Schuss nicht sitzt – Anzahl der Nachsucheneinsätze in dreistellige Höhe gestiegen

von Ralf Bördner, Nachsuchenführer

Das Jagdjahr 2014/15 hat mehr als Einsätze als das vorherige Jahr erbracht. Dies liegt sicher vor allem an der wieder angestiegenen Schwarzwildpopulation. Nachsuchen auf Schwarzwild haben auch in diesem Jahr den weitaus größten Anteil an den Einsätzen. Natürlich waren aber auch wieder alle anderen vorkommenden Schalenwildarten, manchmal auch andere Wildarten, nachzusuchen.

Die neben ihren Stammvereinen (Klub Bayerischer Gebirgsschweißhunde und Verein Hirschmann) örtlich im Nachsuchenring Rheingau-Taunus zusammengeschlossenen Gespanne haben im vergangenen Jagdjahr bereits Einsätze, die sich weit im dreistelligen Bereich bewegen, hinter sich gebracht. Natürlich fallen dabei auch viele Kontrollsuchen, aber auch Suchen mit Hetze und zahlreiche Einsätze nach anderen Hunden an! Gerade die Kontrollsuchen bringen oft unverhoffte Ergebnisse, nämlich doch zu findende Pirschzeichen, krankes im Wundbett sitzendes oder verendetes Wild.

Jeder Schuss sollte kontrolliert werden. Dies bedeuted, dass man auch bei jeder Gesellschaftsjagd immer einen Schweißhund zur Verfügung haben muss. Eigentlich so selbstverständlich, wie ja auch Treiber, mit und ohne Hund, bei jeder Organisation für eine Gesellschaftsjagd bedacht werden müssen. Dabei sind die Schweißhundeführer regelmäßig gar nicht unbedingt bestrebt, bereits als Schütze den Jagden beizuwohnen. Aber sich eines leistungsfähigen Gespanns gewiss zu sein, das zumindest nach der Jagd am Treffpunkt für Kontroll- oder Nachsuchen zur Verfügung steht, schafft Sicherheit, Planbarkeit für Jagdleitung wie Nachsuchenführer und ist darüber hinaus angewandter und praktizierter Tierschutz. Allemal besser, als abends händeringend nach einem Nachsuchenführer zu telefonieren, wenn sich dann doch die Notwendigkeit dazu ergibt.

Bei den erwähnten Einsätzen sind im laufenden Jagdjahr wie auch im langjährigen Mittel rund 20 % Kontrollsuchen, gut 20 % Suchen, die abgebrochen und ohne Erfolg beendet werden müssen, aber auch zum großen, überwiegenden Teil Erfolgssuchen dabei.

Über alle Einsätze hinweg kann man die vorkommenden Verletzungen hinsichtlich ihrer Häufigkeit in folgender Reihenfolge taxieren: Waidwund, Lauf, unbekannt/sonstige.

Selbstverstädnlich sind für uns Nachsuchenführer Vertraulichkeit, höchste Einsatzbereitschaft, Seriösität und Engangement. Das beginnt schon lange vor dem Einsatz mit der Einarbeitung unser Hunde, finanziellen Aspekten und dem oftmaligen Zurückstellen persönlicher Dinge. Dies nicht zum Wohle von uns selbst oder den Jägerinnen und Jägern, sondern vor allem zum Wohle der (oft leidenden) Wildtiere, also des Tierschutzes.


Die aktuellen 10 Gespanne (siehe Liste) absolvieren derzeit jährlich rund 500 Einsätze auf verletztes Schalenwild, also Rot-, Muffel-, Dam-, Schwarz-, und Rehwild im Rheingau-Taunus-Kreis, Stadtgemarkung Wiesbaden und benachbarten Kreisen.

Davon finden etwa 150 Arbeiten nach dem erfolglosen Einsatz anderer Hunde statt. Rund 100 Hetzen fallen dabei an, also Arbeiten, die erst durch eine lange Verfolgung und Stellen des Wildes ermöglichen, den erlösenden Fangschuss anzutragen.

Die Erfolgsquote liegt bei etwa 70 %, wobei reine Kontrollsuchen (Also zu schauen, ob überhaupt eine Verletzung vorliegt) nicht mitgerechnet sind.