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Aujeszkysche Krankheit (AK) bei Jagdhund aus dem Odenwald nachgewiesen

Der Landesjagdverband Hessen e. V. informiert: Bad Nauheim. Im Landkreis Odenwald hat sich ein Jagdhund Anfang November auf einer Bewegungsjagd mit dem Aujeszky-Virus infiziert und ist wenige Tage danach in einer Tierklinik verstorben. Das Hessische Landeslabor bestätigte heute nach der Obduktion des Hundes den Verdacht.

Die Amtsveterinärin des Odenwaldkreises, Frau Dr. Sabine Sanft erklärte dazu gegenüber dem LJV: „Es ist jederzeit damit zu rechnen, dass sich ein Hund sowie alle anderen Fleischfresser mit dem Aujeszky-Virus infizieren. Dies ist die erste nachgewiesene Infektion bei einem Hund aus dem Odenwaldkreis“. Aber auch Wiederkäuer sowie Katzen können sich infizieren. Die typischen Krankheitsanzeichen sind plötzlich auftretende Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Juckreiz, hohes Fieber und/oder Lähmungserscheinungen. Bei Verdacht auf eine AK-Infektion sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht und das zuständige Veterinäramt informiert werden.

Dr. Thomas Fröhlich vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Obwohl Deutschland seit 2003 als frei von AK bei Hausschweinen gilt, haben Untersuchungen ergeben, dass AK bei Wildschweinen in vielen Bundesländern vorkommt. Regional unterschiedlich konnten bei bis zu 30 % der untersuchten Tiere Antikörper nachgewiesen werden. Aufgrund des meist latenten Krankheitsverlaufs beim Schwarzwild wirken die Tiere trotz der Infektion klinisch gesund. Außer in einigen Clustern in Südhessen und einigen wenigen Nachweisen in Mittelhessen kann von keinem flächendeckenden Nachweis in Hessen bei Wildschweinen ausgegangen werden.“

Nach einer Information von Dr. Thomas Müller, Fachtierarzt für Virologie am Friedrich-Loeffler-Institut  wurden in Deutschland seit dem Jahr 2000 15 Fälle von AK bei Hunden (inkl. Jagdhunden) gemeldet. „Jagdhunde können sich am ehesten durch Speichel, Nasensekret oder Kontakt mit den Geschlechtsorganen des Schwarzwildes infizieren. Schweiß an sich ist eher ungefährlich, es sei denn, dieser ist mit Organgewebe oder Körpersekreten durchmischt, wie beispielsweise Lungenschweiß.

Bild: Hannoverscher Schweisshund

Direkter Kontakt zu erlegtem Schwarzwild sollte unbedingt vermieden werden.
(Foto: Gerhard Niessner)

Ein Impfstoff für Hunde ist nicht verfügbar und wird es auch in nächster Zeit nicht geben. Die Infektion führt innerhalb weniger Tage zum Tod des Hundes. Das Virus greift sofort das Nervensystem an. Antikörper im Blutkreislauf könnten den Ausbruch der Krankheit dann nicht mehr verhindern. Der spezielle und sehr schnelle Verlauf zwischen Infektion, Erkrankung und Tod des Hundes macht daher die Entwicklung eines Impfstoffes fast unmöglich. Die Wirkung von Impfstoffen aus Belgien oder Frankreich sind nicht wissenschaftlich bestätigt“, so der Virologe. Eine Übertragung des Aujeszky-Virus auf den Menschen ist nicht möglich.

Der Landesjagdverband Hessen e. V. rät daher allen Hundeführern zur Vorsicht bei anstehenden Drückjagden und gibt folgende Hinweise, um das Risiko für eine Ansteckung so gering wie möglich zu halten.

Download: Merkblatt für Hundeführer

Erste Hilfe für den Jagdhund

Am Samstag, 06.06.09 hatte der Nachsuchenring Rheingau-Taunus seine Mitglieder und einige befreundete Hundeführer zu einem „Erste-Hilfe-Kurs“ für Hunde in das Jagdhaus des Hofguts Mappen eingeladen.

Erste Hilfe am Jagdhund mit Frau Dr. Hauptmann

Erste Hilfe am Jagdhund mit Frau Dr. Hauptmann

 

Besonders auf der Nachsuche und bei Drückjagden sind die eingesetzten Hunde einem hohem Verletzungsrisiko ausgesetzt. Für dieses spezielle Themengebiet konnte Jürgen Zenner die Tierärztin und Tier-Chiropraktikerin Frau Dr. Carola Hauptmann aus Bad Soden als Referentin gewinnen. Frau Dr. Hauptmann betreibt eine mobile Chiropraxis für Tiere, geht gemeinsam mit Ihrem Mann und Terrierrüde „Theo“  zur Jagd. Aus eigener Erfahrung bei Drückjagden weiß Sie, wie schnell ein Hund z. B. durch wehrhaftes Wild lebensbedrohlich verletzt werden kann.

 

Während ihres rund zweistündigen Vortrages erläutert sie die sog. A-B-C Methode, nach dieser es jedem Laien möglich ist, den Gesundheitszustand des Hundes z. B. nach einer Verletzung richtig einzuschätzen und die erforderlichen Erstmaßnahmen zu ergreifen.

 

 „A“ steht für Atmung, „B“ für Bewußtsein und „C“ für Kreislauf. Jeder Hundeführer sollte seinen vierbeinigen Jagdgefährten nach diesem einfachen Muster beurteilen können. Atmet der Hund erschwert, bzw. ist die Atmung behindert? Reagiert der Hund noch oder ist er bewußtlos? Kann ich den Puls – den man übrigens an der Innenseite des Hinterlaufes einfach ertasten kann – noch fühlen? Je nach festgestellter Beeinträchtigung muß sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen werden, bevor professionelle Hilfe beim Tierarzt oder in der Tierklinik zur Verfügung steht.

 

Häufig kommen auch stumpfe Verletzungen vor, die äußerlich nicht erkennbar sind. Doch gerade bei diesen stumpfen Traumata ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Eine stumpfe Gewalteinwirkung kann z. B. eine innere Blutung oder ein Lungenödem zur Folge haben, obwohl der Hund anfangs noch keine Symptome dafür zeigt. Daher sollte nach einer solchen Verletzung der Hund über mehrere Stunden beobachtet werden und keinesfalls im Zwinger untergebracht werden, um beim Auftreten der ersten Symptome schnell handeln zu können. Nicht selten hat ein nicht rechtzeitig erkannter Schockzustand nach einem Verletzungstrauma schon zum Verlust des treuen Jagdgefährten geführt. Daher sollte im Zweifelsfall immer ein Tierarzt aufgesucht werden. Unnötig langes Abwarten führt häufig zu längerem Leiden und erhöhten Behandlungskosten.

 

Praxisnah erläuterte Frau Dr. Hauptmann an ihrem Terrier das Anlegen eines Druckverbandes und weiterer Erste-Hilfe-Maßnahmen bei unterschiedlichen Verletzungsmustern. Jeder Jäger sollte zur Erstversorgung seines Hundes Verbandsmaterial und Gewebe bzw. Tapeband mit sich führen. Bei Verbänden ist darauf zu achten, daß diese möglichst mit Watte „unterpolstert“ und „schräg“ z. B. am Lauf gewickelt werden, um Abschnürungen zu vermeiden. Im Notfall sollte möglichst eine zweite Person zur Verfügung stehen, die beim Bergen des Tieres helfen und später mit einem Fahrzeug zum Tierarzt oder zur Tierklinik fahren kann.

 

Gerade bei Drückjagden, wo häufig auch auswärtige Jagdgäste eingeladen sind, empfiehlt die Referentin bereits auf der Einladung oder einem Standzettel die Rufnummern von ortsansässigen Tierärzten und der nächsten Tierklinik zu vermerken. Vorteilhaft ist es auch, wenn bereits im Vorfeld einer Jagd die Dienstbereitschaft bei Tierärzten in der Umgebung angefragt wird. Für die nun kommenden Sommermonate wies Frau Dr. Hauptmann noch einmal darauf hin, daß selbst bei niedrigen Außentemperaturen ein Hund niemals im geschlossenen Fahrzeug zurück gelassen werden sollte. Schon bei geringer Sonneneinstrahlung kann sich der Innenraum auf gefährlich hohe Temperaturen aufheizen.  

 

Außerdem sollte es für jeden Jäger selbstverständlich sein, für seinen Hund während und nach einer Jagd (gerade bei Maisjagden!) immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung zu halten.

 

Im Namen aller Teilnehmer bedankte sich Lothar Cramer bei Frau Dr. Hauptmann für ihren kurzweiligen und praxisnahen Vortrag mit einem Geschenkpaket Rheingauer Wein.

Zum Ausklang der gelungenen Veranstaltung gab es Köstlichkeiten vom Grill. Der Nachsuchenring dankt noch einmal recht herzlich der Referentin für Ihren Vortrag und dem Hofgut Mappen für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten.

 

Text und Bilder: Markus Stifter